Gestüte / haras / stud farms

Zusammengestellt aus der Literatur (diverse Autoren)
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Abbas Pasha Hilmi II - Abbas Pasha I - Ahmed Kemal -  Albigowa -  Ali Pasha Sherif - Antoniny - 
Avenches -
Bábolna - Badeia Stables(Al Badeia Stud) - Bahtim - Barthahus - Bergstetten -
Biala Cerkiew - Bialka - Blommeröd - Borike - Brebeni - Breniów - Celle - Cislau - Crabbet Park -
Dillenburg -
Dolná Alma - Dusanowo - El Zahraa - Flyinge - Fogaras - Fonte Boa (Zoo Fonte Boa) -
Frederiksborg - Gorazde - Graditz - Gumniska - Hamdan Stables - Hostau - Inocencdvor/Ilok -
Inshass -
Jablonów - Janiszowka - Jarczowce - Jegalia - Jezupol - Kabiuk - Kafr Farouk - Karadjordjevo -
Karacabey - Kisbér - Kladrub - Königsfeld/Röblingen - Koptschan - Landshut - Limarew - Lipizza -
Maknassy -
Mangalia - Manial - Marbach - Méknès - Mezöhegyes - Michalow - Mlynow-Olyka -
Mohamed Ali - Motesice - Mrkonjicevo - Neustadt/Dosse - Nowy Dwór - Palánka - Pelkine - Piber - Pin -
Podhajczyki - Police College Stud - Pompadur - Radautz - Redefin - Rötgen - Royal Stables - Rusetu -
Sachny - Satanow - Schlenderhan - Schwaiganger - Shams el Asil - Sheykh Obeyd - Sidi Bou Hadid -
Sidi Thabet - Simbata de Jos - Slatina - Slatinany - Slawuta - Slobozia - Stadl-Paura - Stawropol -
Streletzk -
Szamrajowka - Tata - Taurów - Tersk - Tiaret - Todireni - Topolcianky - Toponár - Trakehnen -
Ujazd - Uzin - Veragua - Visnjevci - Vrbik - Warendorf - Weil - Wieselburg - Yeguada Militar -
Zweibrücken -

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Abbas Pasha Hilmi II (1874-1944)
Gegründet 1894 in Kobbah (Nahe Kairo/Aegypten). Der Khedive bekam viele Pferde von den Wüstenscheichs
geschenkt. 1914, nach dem Abgang von der politischen Bühne, vermachte der Khedive einige seiner Pferde der
RAS. Abbas Pasha Hilmi II starb 1944. Sein Bruder Mohamed Ali Tewfik übernahm das Gestüt und einige Pferde für
die königlichen Gestüte Mataria, Shoubra und Manial auf der Nil-Insel Roda.

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Abbas Pasha I (1813-1854)
Gegründet 1845 (Kairo/Aegypten). Abbas Pascha I, ein Enkel von Mohammed Ali, verbrachte geraume Zeit in
Arabien, als sein Vater (Tousson Pascha) gegen die Wahabiten kämpfte. Im Nejd entwickelte sich Abbas Passion
für arabische Pferde. Als junger Mann wurde er mit der Verwaltung des Gestüts seines Grossvaters betraut. Indem
Abbas 1842 die Flucht des Prinzen Feysul Ibn Saud aus der Zitadelle von Kairo ermöglichte, versicherte er sich der
stetigen Dankbarkeit Feysul’s, der sich durch Hilfe beim Erwerb kostbarer Stuten erkenntlich zeigte. 1848 ernannte
der Osmanische Sultan Abbas Pascha I. zum Nachfolger von Mohammed Ali als Vizekönig von Ägypten. Ein Jahr
später starb Mohammed Ali, und Abbas Pascha I trat sein Erbe an, das auch die Pferde umfasste. Zuvor hatte
Abbas Pascha I jedoch bereits ein eigenes Gestüt. Er beauftragte ausgesuchte Beduinen aus dem Nejd, von den
Anazeh, den Oteyba und Muteyr, mit der Verwaltung des Gestüts, das seinerzeit einen legendären Ruf genoss.
1854 verstarb Abbas Pascha I im Alter von einundvierzig Jahren. Man vermutet, dass er wegen seiner Grausamkeit
vergiftet wurde. Nach dem Tod von Abbas Pascha I ging das Gestüt auf seinen Sohn, El Hami Pascha, über. Im
Jahre 1860 verstarb El Hami und die ägyptische Bank versteigerte in Kairo 1861 die von ihm ererbten Pferde. Mehr
als 200 Pferde standen zum Verkauf. Zu den Bietern gehörte auch Freiherr von Hügel, der im Auftrag des Königs
von Württemberg angereist war. Die grösste Zahl der besten Pferde wurde durch einen reichen jungen Mann
ersteigert. Sein Name war Ali Bey, später Ali Pascha Sherif.

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Ahmed Kemal
Gegründet um 1875 als Gestüt Mataria in Kairo (Aegypten). Erwerb von arabischen Pferden aus dem Gestüt Ali
Pasha Sherif
und aus der Wüste von Arabien. Zucht von arabischen Rennpferden. 1907 nach dem Tod übernahm
der Sohn Youseff Kemal das gestüt. 1908 Auktion der arabischen Pferde und Umstellung auf Poloponys.

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Albigowa
Gegründet 1946/47, bei Lancut (Polen) auf dem 1944 enteigneten Betriebsteil der Gutsverwaltung Lancut.
Gezüchtet wurde mit arabischen und englischen Vollblütern. 1961 wurde die Vollblutaraberherde nach Janów
Podlaski
gebracht und die AV-Zucht in Albigowa aufgelöst.

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Ali Pasha Sherif
Ali Bey, in Ägypten geboren, war ein Sohn von El Sayed Mohammed Sherif. Ali Bey besuchte die Schule in
Khanka (nahe Kairo) und vervollständigte seine Ausbildung an der französischen Offizierschule in Paris. Nach dem
Tod seines Vaters nahm er den Titularnamen Ali Pascha Sherif an; er besass ausgezeichnete Pferde arabischer
Abstammung, in deren Besitz er wahrscheinlich schon zu der Zeit gelangte, als sein Vater Gouverneur in Syrien
war. 1861 Übernahme des Hauptbestandes des Gestüts von El Hami Pascha. Danach standen etwa 400 Pferde,
die in palastartigen Stallungen in Kairo untergebracht waren. 1888 finanzieller Einbruch und Verkauf von vielen
Pferden (u.a. an die Blunts). 1896 Zusammenbruch des Gestüts und Auktion im darauffolgenden Jahr.

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Antoniny
Gegründet 1883, 25 km westlich Starokostjantiniv (Polen). Neben der arabischen Vollblutzucht betrieb man auch
die Züchtung von Angloarabern und englischen Vollblütern und unterhielt einen grossen Rennstall. 1917 wurde
das Gestüt aufgelöst während des Umsturzes 1917/18. Nach dem Verlust von Antoniny bauten die beiden Söhne
Potockis mit einigen versteckten Pferden kleine Gestüte in Behein, Kreis Rowno beziehungsweise Derazne, Kreis
Kostopol/Wolhynien nahe der alten Heimat gelegen, neu auf. Beide Betriebe gingen jedoch zu Beginn des II.
Weltkrieges 1939 wiederum verloren.

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Avenches (eidgenössisches Gestüt)
Gegründet 1898, 40 km westlich von Bern (Schweiz) unter der französischen Bezeichnung Haras Fédéral als
Hengstendepots. Der Bund unterstützte seit 1868 die Einfuhr von Warmbluthengsten und gliederte seiner
Pferderegieanstalt in Thun 1890 ein Depot für Vollblut- und Halbbluthengste an. Im November 1898 legte die
Gemeinde Avenches mit der Verschreibung der letzten Parzellen zur Errichtung eines Gestütes den Grundstein. Mit
seinem Beschäl- und Prämierungswesen unterstützte der Bund besonders das Warmblut, das Zugpferd dagegen
nur widerwillig. Dies änderte erst einige Jahre nach dem I. Weltkrieg. Das Avencher Gestüt stand von da an
ausschliesslich im Dienst der Landespferdezucht und damit indirekt auch der Landesverteidigung. Der
ausserordentlich grosse Bedarf an Zugpferden während des II. Weltkrieges brachte eine starke Ausdehnung der
Zucht ausserhalb des Juras über die ganze Schweiz mit sich. Im Jahre 1924 wurde dem Hengstendepot ein kleines
Gestüt angegliedert und hatte dadurch die Aufgabe eines Haupt- und Landgestüts. Gezüchtet wird das Freiberger
Pferd, ein Kaltblut sowie ab 1960 vorwiegend das Schweizer Warmblut aus Anglo-Normänner, Schweden und
Rassen aus Deutschland mit einig wenigen englischen Vollblütern. Der Einsatz von arabischen Blut hatte nur
geringen Einfluss. Ende des 20. Jahrhunderts lockerten neue Bestimmungen das Verhältnis des Bundes mit den
Pferderassen. Das Areal wurde, neben dem Haras Fédéral, umgebaut zum neuen Reitsportzentrum Institut
Equestre National Avenches (IENA).

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Bábolna
Gegründet 1789, 25 km östlich Györ (Ungarn), zuerst als Aussenstelle des damals grössten Militärgestütes
Mezöhegyes auf den Ländereien des Grafen Joseph Szaparysch mit dem Gestüt Pusta Bábolna und Kajard. 1806
wurde Bábolna als selbständige Zuchtstätte der k. k.-Gestüte geführt. Ab 1816 kam die Araberherde von
Mezöhegyes nach Bábolna. Ab da wurden die Stuten nur noch mit orientalischen Hengsten gedeckt. Die Bábolnaer
Araberrasse – heutige Shagya-Araber – ist nur um 23 Jahre jünger als das englische Vollblut (General Stud Book
1793). 1943 betrug der Pferdebestand 141 Vollblutaraber, 444 Araberrassepferde und 195 Lippizaner, insgesamt
780 Pferde. Ende des II. Weltkrieges evakuierten die wertvollsten Pferde (etwa 1000) aus Ungarns Gestüten ins
deutsche Bergstetten. Von denen kehrten 1947 nur 2 AV-Stuten und 2 AV-Hengste sowie 60 Shagya-
Araberstuten und 50 Lipizzaner heim. Ab 1960 als Kombinat Bábolna und ab 1992 als Nationalgestüt verwaltet.

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Badeia Stables (Al Badeia Stud)
Gegründet 1935 zunächst bei Benha 40 km nördlich von Kairo (Aegypten) durch den ehemaligen
Landwirtschaftsministers El Sayed Marei. 1951 Umsiedelung des Gestüt an den Rand der Wüste in die Nähe der
Pyramiden von Giza an einen kleinen Fluss wo es sich auch heute noch befindet. Später wurde das Gestüt von der
Zivilisation eingeholt und steht inmitten von Hotels, Häusern. Das Areal ist teilweise mit englischen Rasen und teils
mit Sandplätzen versehen, die Bäume und Sträucher sind gepflegt. In den 60er Jahren wurde der Gestütsbestand
durch umfangreiche Ankäufe im Staatsgestüt El Zahraa, bzw. bei lokalen Auktionen aufgestockt. 1973
Herausgabe des ersten Stutbuches und 1985 des zweiten Stutbuches. Das Gestüt wird von der EAO überwacht
und auch von ihr werden die Pedigrees ausgestellt.

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Bahtim
Gegründet 1914 von der RAS, der Royal Agricultural Society (Aegypten). Unter der RAS-Leitung züchteten reiche,
vornehme Ägypter Araberpferde. Die köngliche Familie unterstütze diese Bemühungen. In den 30er Jahren wurde
das Gestüt Bahtim auf die neu erbaute Anlage Kafr Farouk umgesiedelt und neben dem könglichen Gestüt Inshass
weitergeführt.

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Barthahus
Gegründet 1965, 40 km nordwestlich von Kopenhagen (Dänemark), durch Ulla und Kjeld Nyegaard. Import von
Shagya-Araber und Vollblutaraberpferden aus Ungarn, Tschechoslowakei und Deutschland. Grösste Ansammlung
von Araberpferden in Dänemark die 1970 mit der Einweihung des Gestüts ihren Höhepunkt erreichte.
Krankheitsbedingt wurde 1971 das Gestüt verkleinert und in Kokkedal von der Ehefrau weitergeführt, Barthahus
wurde als Reitanlage verpachtet. Ab 1981 Umzug nach Holte in die Nähe Kopenhagen. Ende des 20. Jahrhunderts
wurde mit der Zucht die Dänemark prägte, aufgehört. In der Reitanlage finden heute grosse Turniere und
Pferdeveranstaltungen statt.

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Bergstetten
Gegründet 1816 als Hofgestüt, etwa 10 km nordöstlich Donauwörth und 20 km nordwestlich Regensburg
(Deutschland) gelegen. Man züchtete schwere Pferde, ab 1850 mehr und mehr englisches Voll- und Halbblut.
1919 wurde die Zucht eingestellt und das Gestüt als Remontedepot bis 1945 weitergeführt. Aus vielen Gestüten
des Ostens kamen Araber, Lipizzaner und Pferde verschiedenster Rassen nach Bergstetten. Nach Ende des II.
Weltkrieges gingen die meisten Pferde, teils über Polen wieder zurück in die Heimatgestüte.

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Biala Cerkiew
Gegründet 1774-78, 90 km südlich Kyjiv (Ukraine) durch die Grafen Branicki war eines der Gestüte die während
des bolschewistischen Auseinandersetzungen (1917-20) stark gelitten hatten.

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Bialka
Gegründet 1930, bei Krasnystaw (Polen), als Hengstendepot und ab 1983 als Gestüt. Während des II. Weltkriges
stand das Hengstendepot unter Gustav Raus Aufsicht. Im Februar 1944 evakuierte der Hengstbestand nach
Dresden. 1945 Rückführung; infolge Platzmangels befindet sich ab 1952 das Hengstdepot Janów Podlaski in Bialka.

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Blommeröd
Gegründet 1963, 15 km nordwestlich von Simrishamn (Schweden). 1964 übernahm Generalkonsul Erik
Philip-Sörensen Blommeröd von Erik Erlandsson einige Pferde als er sich aus dem Beruf zurückzog. 1965 Einkauf
polnischer Vollblutaraber in Janów Podlaski und in Europa. 1969 Gestütserweiterung mit weiteren Stallungen. 1977
erste Verkaufsauktion und Umwandlung des Gestüts in eine Stiftung. Ab 1979 Widmung der reinen polnischen
Vollblutaraberzucht. Export von Pferden in die ganze Welt. 2001 verstarb Erik Philip-Sörensen und die Tochter
führte seit 1990 die Stiftung weiter. Dass Blommeröd Anfang der 80er-Jahre zu einem der wichtigsten Gestüte für
polnische Vollblutaraber ausserhalb Polens geworden war, verdankt es neben dem Enthusiasmus seines Besitzers
und seiner Tochter Vicke als auch dem Gestütsleiters Jören Frederiksen (über 17 Jahre) und dessen Frau Susanne.

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Borike
Gegründet 1895 (Jugoslawien) zirka 45 km südöstlich Sarajevo. Dazu gehörten die Betriebe Gorazde (am Ufer der
Drina, 100 km von Sarajevo) und das Hengstdepot Mrkonjicevo, das in der Vorstadt von Sarajevo untergebracht
war. Pferdebestand aus dem Orient, Bábolna und aus Radautz. Die Pferde standen im Sommer vorwiegend auf den
Bergweiden von Borike, im Winter kamen sie nach Gorazde. Borike wurde zum Grundpfeiler der jugoslawischen
Araberzucht und gab bis zum II. Weltkrieg einige Hauptbeschäler und über 80 Zuchtstuten an die Staatsgestüte
Karadjordjevo, Ljubicevo, Dusanovo und Vrana ab. Mühseliger Wiederaufbau nach dem II. Weltkrieg. Borike wurde
in jüngster Zeit in den Auseinandersetzungen des Balkankrieges stark dezimiert.

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Brebeni
Gegründet 1933, 100 km westlich Bukarest bei Slatina im Bezirk Olt (Rumänien) gelegen. Es bestand zunächst als
Hengstdepot, wurde aber von 1970 bis 1980 als Lipizzaner-Gestüt und als Gestüt für Arabische Vollblutzucht wie
für die Shagya-Araber-Zucht benutzt. Der Lipizzanerbestand ging im wesentlichen nach Simbata de Jos, der
Vollblutaraberbestand nach Mangalia. Die Shagya-Araber gingen bis auf wenige Pferde nach Radautz zurück.

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Breniów
Gegründet 1919 (Ukranie), 120 km nördlich von Lemberg, durch Rittmeister Franciszek Raciskiborski, als kleines,
erfolgreiches Gestüt. Im II. Weltkrieg wurde Breniów völlig vernichtet; 1939 kam Franciszek Raciborski in Budapest
durch eine Bombe ums Leben und das Gestüt erlosch.

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Celle (Landgestüt)
Gegründet 1735, 50 km nordostlich von Hannover (Deutschland) durch Georg I., Kurfürst von Hannover. 1774
brante das Gestüt grösstenteils durch Blitzschlag nieder und das neu aufgebaute Gestüt wurde 1803 durch die
napoleonischen Kriege wieder vernichtet. 1816 Wiederaufbau mit Vergrösserung der Gebäudefläche. 1866
Übernahme durch den König von Preussen. 1888 Gründung des Hannoverschen Stutbuches.

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Cislau
Gegründet 1910, liegt 45 km von Buzau entfernt, an der Strecke nach Brasov (Rumänien). Zuerst als
rumänisches Militärgestüt war es unter anderem Vorläuferbetrieb des Gestüts Mangalia. Das ehemalige
Hengstdepot dient heute der Verbesserung der rumänischen Pferderassen (es werden deshalb im Gestüt auch
Shagya-Araberpferde rein gezüchtet) und gehört zum Komitat Buzau und hat 500 ha Viehweiden und Ackerboden
und 210 Pferde im Besitz. Im Gestüt, das touristisch genutzt wird, kann Reitunterricht genommen werden.

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Crabbet Park
Gegründet 1873, in der südenglischen Grafschaft Sussex durch Anne und Wilfred Blunt, mit dem Hengst
Turkeycock aus der Türkei und Landstuten. 1877 fuhren die beiden nach Aegypten und lernten Herrn Upton
kennen, der ihnen half von den Beduinen Zuchtmaterial zu kaufen und Crabbet Park in ein Gestüt umzuwandeln.
1881 gründeten sie in der Nähe von Kairo (Aegypten) ein weiteres Gestüt mit Namen Sheykh Obeyd. Die Krankheit
von Wilfred brachte Unstimmigkeiten in der Ehe mit sich. 1904 hatten die Blunts Crabbet Park unter sich
aufgeteilt, Wilfred hatte seinen Anteil auf seine Tochter Judith übertragen, weil er meinte, nicht mehr lange zu
leben. Lady Anne hatte bei ihrem Tode 1917 - sie war kurz vor ihrem Tod noch Baroness Wentworth geworden
und vererbte diesen Titel ihrer Tochter - ihren Anteil an Crabbet Park den Töchtern von Judith vermacht, Anne
und Winifred. Judith hatte 1899 geheiratet, 1904 aber ihren Namen 1923 von Lytton wieder auf Blunt geändert.
Nach dem I. Weltkrieg erwarb Judith den polnischen Hengst Skowronek, da sie kräftigere und grössere
Araberpferde züchten wollte. In der Folge gingen aus Crabbet Park Pferd in alle Welt und das Gestüt Tersk kaufte
in einem Lot 25 Pferde. Im II. Weltkrieg mussten die meisten Pferde evakuiert werden, da über den Weiden die
Bomber landeten. Judith Wentworth starb 1957 und vermachte ihre Pferde dem Gestütsmeister C. G. Covey, der
dieses bis 1972 weiterführte. Er musste alle Pferde verkaufen, da durch Crabbet Park die Autobahn London -
Brighton gebaut wurde.

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Dillenburg (Landgestüt)
Gegründet 1821, erste Erwähnung 1615 auf dem heutigen Gelände beim Schloss als gräfliches Hofgestüt Oranien-
Nassau, zwischen Wetzlar und Siegen (Deutschland) gelegen. Dezimierung des Pferdebestandes 1618 bis 1648
(Dreissigjähriger Krieg); danach hohe Blüte bis 1724 unter Fürst Heinrich von Nassau und seines Thronfolgers
Wilhelm. 1769 Grundsteinlegung der heutigen Gebäude nach dem Siebenjährigen Krieg. 1806 während des
Napoleonischen Krieges Aufgabe des Gestütes. 1821 Gründung als Landgestüt für das Grossherzogtums Hessen
zur Zucht des Hessischen Warmblutpferdes mit Einfluss edlem Blutes des englischen Vollbluts und Verwendung von
Araberhengsten. 1958 Übernahme de Pferdebestandes des aufgelösten Landgestüts Darmstadt. 2000
Redimensionierung des Landgestüts auf ein Minimum des Pferdebestandes.

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Dolná Alma
Gegründet 1918, bei Levice (Léva/Slowakei ), 40 km südöstlich von Nitra. (Alma zu deutsch Apfel). Privatgestüt
des Barons Béla Malkomes. Dieser Teil der Slowakei gehörte bis 1919 und von 1939 bis 1944 zu Ungarn (sog.
Oberungarn). Auflösung des Gestütes während des II. Weltkrieges.

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Dusanowo
Gegründet 1918/19, bei Skopje (heutiges Mazedonien), zuerst als Hengstendepot und ab 1924 als Gestüt.
Zucht von Shagya-Araberpferden, Bosniaker und Veredelung der Landesrassen. Auflösung des Gestütes nach dem
II. Weltkrieg.

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El Zahraa
Gegründet 1908, zunächst als eine Farm, «Bahtim Stables», die zentrale Zuchtstätte, doch schon bald wurde sie
auf ein Grundstück in der Nähe Kairos (Aegypten), an den Ostrand der Stadt verlegt; das heutige Gestüt El
Zahraa entstand. El Zahraas Zuchtgeschichte ist alt, über 150 Jahre, aber auch neu. Zur Geschichte vor der
Gründung El Zahraas. Die RAS, die Royal Agricultural Society, gegründet 1898, im Gestüt Kafr Farouk, wollte
durch systematische Züchtung die noch vorhanden Araberpferde retten und der Armee und Polizei den Bedarf an
Pferden sicher stellen. 1908 unter der Herrschaft König Fouad, der selber sein königliches Gestüt Inshass betrieb,
wurden im ganzen Land Pferde erworben zur Erhaltung einer historischen Rasse, eines kulturellen Erbes, verkörpert
durch das klassische, das typische arabische Pferd des Abbas Pasha. Von 1918 bis 1922 kaufte man als
Zuchtbasis sechzehn Stuten. In jedem Spätherbst wurden 30 bis 40 Hengste an die Deckstationen abgegeben.
Zu Anfang des Sommers kehrten sie in das Zentralgestüt zurück. 1948 erschien das erste Stutbuch der RAS. 1952
nach der ägyptischen Revolution wurde die RAS umbenannt in die EAO, Egyptian Agricultural Organization. Das
Gestüt Kafr Farouk erhielt den Namen El Zahraa. Die ägytische Regierung wollte das kulturelle Erbe erhalten. Die
erfolgreiche Zucht in El Zahraa verbreitete sich danach in der ganzen Welt. So exportierte das Gestüt von 1957
bis 2000 über 400 Pferde in die USA und noch mehr nach Europa und in die übrige Welt.

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Flyinge
Gegründet 1658, 40 km nordöstlich Malmö (Schweden) durch Karl X. Buntes Rassengemisch zur Erhaltung des
Marstalles. Ab 1920 Zucht von Hannoveraner Pferden mit englischen Vollblut vermischt. Schwedisches Warmblut,
nordschwedisches Kaltblut und Gotlandpony-Zucht. Heute vorwiegend Hengststation für Privatzüchter.

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Fogaras
Gegründet 1874 (Rumänien) wurde Staatsgestüt der ungarischen Krone 1874 in Alsó Szombatfalva, 10 km vom Ort
Fogaras. Zucht von Halbblutarabern und Lipizzanern. 1912 (I. Weltkrieg) wurde die Zucht von Foragas ins
traditionsreiche Báblona verlegt. Die Lipizzanerzucht wurde bis 1951 erfolgreich gezüchtet, danach wurde sie von
dort nach Szilvasvarad ins Bükkgebirge umsiedelt. 1920 mit der Rumänisierung und Neugründung des Gestütes als
rumänisches Staatsgestüt wurde der neue Ortsname Simbata de Jos auch als Gestütsbezeichnung übernommen.

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Fonte Boa (Zoo Fonte Boa)
Gegründet 1891, rund 60 km nördlich von Lissabon (Portugal) durch Zusammenlegung eines Gestütes bei Coimbra
und eines anderen im Süden bei Coimbra entstand das Coudelaria Nacional. 1903 wurde sieben Originalaraber aus
Syrien erworbenen. Nach dem Sturz des Königshauses im Jahre 1910 wurde die Zootechnische Station von Belem
nach Fonte Boa verlegt, das königliche Gestüt in Alter beschlagnahmt und in ein Militärgestüt umgewandelt.
Zwischen 1921 und 1935 kauften staatliche Kommissionen Vollblutaraber in Algerien, England, Frankreich und
Spanien für Fonte Boa ein. 1980 erfuhr die Araberzucht in Fonte Boa neue Impulse durch Importe aus England.
Weil die Anwesenheit der Stutenherde die Arbeit der wissenschaftlichen Versuchsstation störte, wurde sie 1977
in die 60 km entfernte Farm Herdade de Paneas, die zur Versuchsstation gehört verlegt. Deshalb wird heute nur
noch das Gestüt Fonte Boa als Zuchtstätte angegeben.

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Frederiksborg
Gegründet 1536, bei Hilleröd, 100 km nördlich Kopenhagen (Dänemark) durch Frederick II. 1871 wurde das
staatliche Gestüt aufgelöst.

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Gorazde
100 km südlich Sarajevo, am Ufer der Drina (damaliges Jugoslawien) und gehörte zum Betrieb Borike mit dem
Hengstdepot Mrkonjicevo, das in der Vorstadt von Sarajevo untergebracht war. Im I. Weltkrieg brannte das
Gestüt Gorazde vollkommen nieder und wurde aufgegeben (siehe Ausführungen Borike).

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Graditz
Gegründet 1722, bei Torgau an der Elbe (Deutschland). Die erste urkundliche Erwähnung des Vorwerkes Graditz
erfolgte im Jahre 1004. Im Jahre 1240 erwarb das Kloster Dobrilugk Graditz und baute es zu einem bedeutenden
Klosterhof aus. 1722 wurde Graditz auf Anordnung Augusts des Starken zur Churfürstlich Sächsische Stutterey
Graditz erhoben und im gleichen Jahr begann der Bau des Schlosses Graditz und der Neubau aller Gebäude des
Hofgestüts. 1815 wurde Graditz vom preussischen Staat übernommen und hatte die Aufgabe vollblütige Beschäler
für die staatlichen Gestüte zu erzeugen. Die Einführung des heute noch gebräuchlichen Graditzer Brandzeichens
erfolgte 1816. Das Gestüt erlitt im I. und II. Weltkrieg starke Verluste. Nach 1945 wurden die meisten
Zuchtpferde in die Sowjetunion verschleppt und als Ackergäule eingesetzt. Bekannte englische Vollblüter gingen
bis 1944 in alle Welt und die Hengste standen den Privatstutenbesitzern zur Verfügung. Ab 1945 als staatliches
Vollblutgestüt der ehemaligen DDR und mit der engl. Vollblutzucht in Graditz wurde 1949 wieder begonnen. Seit
1992 ist das Gestüt Graditz im Besitz des Freistaates Sachsen.

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Gumniska
(Galizien)bei Tarnow, 90 km östlich von Krakau (Polen), war von 1740 an Eigentum der Familie der Fürsten
Sanguszko. Gegründet 1835 mit Pferden aus Slawuta in der zirka 10 000 ha grossen Herrschaft. Als 1927 in Polen
Vollblutaraber-Rennen stattfanden, wurde ein Rennstall aufgebaut. Nach Kriegsausbruch floh der Besitzer über
Bábolna nach Frankreich; 1940 weiter nach Brasilien. Gumniska ging in deutsche Verwaltung über; im Juli 1944
wurden die Pferde nach Wolsztyn bei Posen evakuiert. Ende Januar 1945 kamen in Kampfhandlungen bis auf
wenige Fohlen alle Pferde um.

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Hamdan Stables
Gegründet 1942 in Tahanoub, 35 km nördlich von Kairo (Aegypten). Zu Beginn wurde primär mit Erfolg für die
Rennbahn gezüchtet. 1944 Erwerb von 3 Stuten von den Tahawy-Beduinen in Unterägypten die von der WAHO
anerkannt sind. Import von Vollblutaraberpferden aus England (Registan, AV, ein Crabbet-Hengst aus England mit
Skowronek-Blut.) und dem Sudan (1957), die von den Asil-Verbänden nicht anerkannt werden. Die Nachzucht
wurde aber infolge des nicht asilen Blutes weitgehend wieder ausgemerzt. 1969 Herausgabe des ersten
Stutbuches. Heute wird das Gestüt von der EAO überwacht und auch von ihr die Pedigrees ausgestellt.

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Hostau
Gegründet 1915 als Militär-Hauptgestüt im Böhmerwald (heutiges Tschechien), 60 km südwestlich Pilsen. In
Hostau standen viele alte Radautzer Pferde. 1938 beherbergte es rund 400 Pferde der Zuchtrichtungen
Shagya-Araber, Anglo-Araber und Englisch-Halbblut und wurden ins Gestüt Motesice (Slowakei) evakuiert.
Der Pferdebestand wurde im Krieg fast vernicht. Im April 1945 wurden die wenigen von den Amerikanern
übernommen und nach Schwarzenberg/Bayern gebracht. 1952 wurde Hostau aufgelöst; die Araber kamen nach
Topolcianky.

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Inocencdvor/Ilok
Gegründet 1901 vom Fürsten Balthasar III. Odescalchi. 35 km östlich Vukovar an der Donau. Inocencdvor auch
Ilok genannt wegen seiner Lage beim Dorf Ilok war einziges Vollblutarabergestüt im heutigen Kroatien.
Pferdebestand aus dem Gestüt Janiszowka und aus Weil (D), dem Orient und aus Bábolna. Seinen Höhepunkt
erreichte Inocencdvor im Jahre 1940 mit einem Bestand von über 100 arabischen Pferden. 1944 wurde das Gestüt
ein Opfer der Partisanenkämpfe gegen die deutschen Truppen im II. Weltkrieg und ging in Flammen auf. Einige
verirrte Mutterstuten wurden 1945/46 in Nachbargestüte abgegeben und das Gestüt erlosch.

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Inshass
Gegründet 1927, 25 km nordöstlich von Kairo (Aegypten), damals ausserhalb der Stadtgrenze, durch König Fouad,
der Vollblutaraberpferde vor allem für die Rennbahn züchtete. 1936 nach dem Tod König Fouad übernahm sein
Sohn Farouk das Gestüt und führte dieses mit seinem Gestüt Kafr Farouk weiter. 1952 wurden die Pferde Opfer
der Revolution und wurden versteigert oder getötet. Noch heute werden die Nachkommen der Inshass-Pferde
separat im EAO-Stutbuch erwähnt und erhalten einen eigenen Brand. Erstes Inshass-Stutbuch wurde 1967
veröffentlicht.

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Jablonów
Gegründet um 1843, 25 km südlich Terebovlja (Ukraine) durch die Familie Dzieduszycki. Nach dem Tode von Tytus
Dzieduszycki übernahm die Tochter die Verwaltung. Auflösung des Gestütes im I. Weltkrieg 1915.

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Janiszowka
Gegründet 1865, 8 km nördlich Srawiszcz und 40 km nordwestlich Bila Cerkva (Ukraine) durch Graf Aleksander
Branicki. Auflösung des Gestütes 1917.

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Janow Podlaski
Gegründet 1817 (Polen) mit Dekret von Zar Alexander I. mit 100 Stuten und 55 Hengsten aus aufgelösten
Privatgestüten als Haupt- und Landgestüt, 200 km östlich von Warschau und kurz vor Brest Litowsk. Erste
Araberhengste kamen von Emir Rzewuski. 1867 folgten aus Slawuta und aus Weil je einzelne Beschäler. Bis zum I.
Weltkrieg züchtete man vorwiegend anglo-arabisches Halbblut und wenige Pferde der damaligen Araberrasse. 1908
kamen Pferde aus der nach Piber verlagerten Radautzer Zucht und bildeten in Janów die Slawuta-Gruppe. 1915
wurden alle Pferde nach Russland evakuiert und sie kehrten nie mehr zurück. 1919 Aufbau einer staatlichen
Araberzucht. 1939 standen im Hauptgestüt 400 Pferden die in die UdSSR abtransportiert wurden. Danach
Wiederaufbau durch deutsche Truppen; über 200 Pferde brachen im Februar 1945 zu Fuss über Dresden nach
Torgau auf und wurden verladen nach Bad Oldesloe/Holstein. 1946 kehrte das Gestüt in drei Transporten auf
Schiffen nach Polen zurück. Heute weltberühmtes Gestüt, das Pferde in alle Welt verkauft.

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Jarczowce
Gegründet 1791, Zloczöw/Galizien (Ukranie), 80 km östlich von Lemberg. Pferdebestand aus altpolnische Stuten
und Importen aus dem Orient. 1843 durch Erbfolge in drei Gestüte (Jarczowce, Jezupol und Jablonów) geteilt.
1845 Import der drei polnischen Gründerstuten, die Originalaraber Gazella, Mlecha und Sahara. 1885 nach dem
Tod des Besitzers wurde Jarczowce aufgelöst und an das Gestüt Jezupol vererbt.

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Jegalia
Gegründet 1920 als Militärgestüt und Remontendepot (Rumänien). 1969 erfolgte die Verlegung der arabischen
Radautzer-Herde zuerst nach Slobozia ins Militärgestüt und 1980 weitere Verlegung der Shagya-Araber- und
Vollblutaraberpferde in das südrumänische Hengstdepot Brebeni.

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Jezupol
Gegründet Ende des 18. Jahrhunderts in Zvoten (Ukraine), 20 km nördlich Ivano-Frankivsk. 1844 übernahm sein
Sohn Wladyslaw die Leitung des Gestüts und danach ab 1868 Juliusz Dzieduszycki. 1885 nach dem Tod des Grafen
Juliusz kamen 12 der besten Stuten aus dem Gestüt Jarczowce nach Jezupol in Galizien, wo mit Jarczowce- und
Slawuta-Hengsten eine Araberzucht aufbaut wurde. Während des I. Weltkriegs wurde Jezupol von der russischen
Armee beschlagnahmt. Vier gerettete Stuten kamen auf Umwegen ins Staatsgestüt Janów Podlaski und wurden
poln. Gründerstuten. 1915 wurde das Gestüt aufgelöst.

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Kabiuk
Gegründet 1864, bei Schumen, 85 km westlich Varna (Bulgarien). 1877/78 wurde Kabiuk aufgelöst, und fast alle
Pferde wurden in die Türkei zurückgeführt. Nach der Befreiung von den Türken errichtete der bulgarische Staat
1882 neuerlich das Gestüt, löste es jedoch nach fünf Jahren wieder auf. 1894 wieder erstanden, kann dieser
Zeitpunkt praktisch als der Beginn der bulgarischen Araberzucht betrachtet werden. Import von Pferden aus
Radautz und aus den ostgalizischen Privatgestüten Horodenka und Jezupol; später aus Bábolna. Kabiuk befand
sich im II. Weltkrieg im Kommissariat Ostland und wurde 1944 in den Raum von Hunnesrück (D) evakuiert. Nach
der Rückkehr Import von Pferden vorwiegend aus Polen und Bábolna. Neben Shagya-Araber werden das
Ostbulgarische Warmblutpferd und englisches Vollblut gezüchtet.

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Kafr Farouk
Gegründet 1930, 5 km nordöstlich Kairos in Ein Shams (Aegypten), damals ausserhalb der Stadtgrenze, von
König Fouad zu Ehren seines Sohn Farouk, da das königliche Gestüt Inshass zu klein geworden war. Der
Thronfolger Farouk bekam von der RAS einige Pferde geschenkt und vergrösserte das Gestüt. 1936, nach dem
Tod König Fouad, übernahm König Farouk auch das Gestüt Inshass seines Vaters. 1949 wurde Tibor Pettko
Szandtner Leiter des Gestüts Kafr Farouk, der bis zur Revolution 1952 dieses Amt versah und danach weiterhin
das Gestüt unter seinen neuen Namen El Zahraa bis 1959 leitete. Das köngl. Gestüt Kafr Farouk wurde 1952
nach der Revolution aufgelöst.

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Karadjordjevo
Gegründet 1903, in der Wojwodina, etwa 40 km nordwestlich Novi Sad (heutiges Serbien). In der alten
Doppelmonarchie wie in den Jahren 1941 bis Ende des II. Weltkrieges gehörte die Gegend wieder zu Ungarn und
das Gestüt hiess jeweils Palánka. Seit 1946 als Hengstdepot und später wieder jugoslawisches Staatsgestüt.
Es wurde das Sammelbecken für in Kroatien und Slawonien aufgefundene reinrassige Araberpferde. 1947 kamen
die letzten Pferde von Gustav von Reisner Zuchtstätte Vrbik ins Gestüt Karadjordjevo. Die Gidranzucht wurde
aufgegeben und durch Araber, Anglo-Araber- und Lippizanerzucht ersetzt.

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Karacabey
Gegründet um 1400, 100 km südlich Istanbul (Türkei) durch Köse Mihal (der bartlose Michael). Er vermachte
seiner Tochter, die mit dem 2. Sultan des Osmanischen Reiches verheiratet war, das Gestüt. Nachfolgende
Regenten erbten jeweils den Zuchtbetrieb bis 1924 das Gestüt auf Michael-Farm umgetauft und verstaatlicht
wurde. Zucht von Arabischen Vollblütern, Reinzucht des Karacabey-Pferdes sowie eine Kreuzung von Nonius x
Karacabey und eine Kreuzung von Haflinger x Karacabey wird betrieben.

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Kisbér
Gegründet 1852 als k. k. Militärgestüt, 40 km südöstlich von Györ und 25 km südöstlich von Bábolna (Ungarn).
Zucht von englischen Halb- und Vollblutpferde. 1854 Importe aus England; hierzu gehörten die Stute 30 Maria
oder die braune 40 Lady Sarah. Mit der Zweiteilung der k.u.k.-Monarchie 1865 wurde Kisber Eigentum der
ungarischen Krone und geführt als königlich-ungarisches Staatsgestüt. 1867 wurde die Domäne Kisbér vom
ungarischen Staat übernommen. Berühmt wurde Kisber vor allem durch die Zucht des englischen Vollblutes. 1919
verlor das Gestüt fast seinen ganzen Tierbestand (2907 Stück), der nach Rumänien mitgenommen wurden. Es
wurde inzwischen aufgelöst, aber einige Gebäude sind noch erhalten und beherbergen heute ein Spital.

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Kladrub
Gegründet 1597, 10 km von Pardubice (Tschechien) durch Kaiser Rudolf II. 1757 wurden die Gebäude teilweise
zerstört. Um 1775 wurde mit der Zucht von Altkladruber (alles Schimmel) begonnen. Die Rappen der
Kladruberrasse werden in Slatinany gezüchtet. In Kladrub stehen bis 700 Mutterstuten und das Gestüt wurde
Anfang des 21. Jahrhunderts zum UNESCO-Kulturgut erklärt.

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Königsfeld/Röblingen
Rittergutsbesitzer Heinrich von Nitzschwitz aus Königsfeld bei Borna in Sachsen (Deutschland) erwarb Pferde aus
dem Hofgestüt des Königs von Bayern, des Königs von Württemberg in Weil, auf der Wiener Weltausstellung und
in Bábolna. 1860 Import von arabischen Elitepferden aus dem Vermächtnis des ermordeten Khediven Abbas
Pascha I
. Das Gestüt Bábolna tauschte mehrmals Pferde mit Königsfeld aus. Nach seinem frühen Tod im Jahre
1901 übernahm der Bruder das Gestüt und löste 1912 leider alles auf.

Rittmeister Gerhard von Schmidt erwarb Pferde aus Zscheiplitz, die aus dem Bestand von Königsfeld kamen und
gründete 1919 das Gestüt Röblingen, etwa 14 km südöstlich von Lutherstadt Eisleben (Sachsen-Anhalt), 25 km
westlich Halle a.d. Saale (Deutschland). Import aus dem Orient, aus England, Polen und dem Gestüt Weil dienten
der Vollblutaraber-, Halbblutaraber- und Anglo-Araber-Zucht. Auch hier fand ein reger Tausch von Pferden
zwischen Bábolna und Röblingen statt. 1930 Endes des Gestüts mit einer Auktion an der nicht alle Pferde verkauft
wurden und Gerhard von Schmidt konnte noch einige Zeit auf kleinster Basis weiterzüchten.

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Koptschan
Gegründet 1770 als k. k Hofgestüt, 5 km südlich Holics und 100 km nördlich Bratislawa gelegen. Kurze Zeit später
wurde es zum Hauptgestüt erweitert, aber 1826 aufgelöst. Zucht von Vollblut- und Halbblutarabern.

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Landshut (Landgestüt)
Gegründet 1859 durch die königlich bayerische Landgestütsverwaltung, 60 km nordöstlich München am Stadtrand
von Landshut (Deutschland). Schon 1750 wurden vom fürstlichen Gestüt Schleissheim Kaltblutpferde mit
orientalisch-spanischer Blutführung nach Landshut in die herzoglichen Stallgebäude «Hofstaller» gebracht. Ab
1817 wurden vorwiegend Warmbluthengste aus der Normandie und Oldenburg zur Zucht verwendet und neben
den Norikern auch rein gezüchtet. 1916 wurde beschlossen, das damals genannte Norische Pferd, heute Noriker
zu züchten.

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Limarew
Gegründet 1914, 20 km nordwestlich Bilovodsk (Ukraine), durch Fürst Bjelvodski neben den weiteren Gestüten
Derkulsk, Novo-Alexandrovsk und dem bekannten Streletzk. Zucht von Vollblutaraberpferden.

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Lipizza
Gegründet 1580 als Hofgestüt, 10 km östlich von Triest (heutiges Slowenien), von Erzherzog Karl, dem
Landesherren des damaligen Innerösterreichs. Aufgabe des Gestütes war, für den Hof in Graz edle Reit- und
Wagenpferde zu züchten. Der Wiener Hof war in dieser Zeit mit Pferden aus dem böhmischen Hofgestüt zu Kladrub
gleichfalls mit Pferden spanischer Herkunft bestens versorgt. Erst in der Regentschaft des Sohnes von Erzherzog
Karl, dem späteren römisch-deutschen Kaisers Ferdinand II, (1578 – 1637) verdichtete sich die Verbindung von
Lipizza zu Wien. Die Hengste wurden einer Grundschule unterzogen und gingen dann zur Leistungsprüfung an den
Spanischen Reitstall in Wien. Die arabischen Einflüsse entstanden vor allem dadurch, das die Importe aus dem
Orient via Schiff über Triest eintrafen. Lipizza war das naheliegende Auffanggestüt, die Hengste verblieben oft vor
ihrer Weiterreise nach Radautz, Mezöhegyes oder Bábolna eine oder mehrere Deckperioden im Gestüt. Im Laufe
der Geschichte musste das Gestüt insgesamt 5x umgesiedelt werden: zum Schutz vor Napoleon und auch
späteren Kriegen (I. Weltkrieg: Flucht nach Luxenburg, Wien; II. Weltkrieg: Flucht in die Sudeten nach Hostau).
Das Gestüt wurde 1996 unter Denkmalschutz gestellt; so gibt es in einem Stallgebäude von 1899 weiterhin
Standboxen für Stuten.

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Maknassy
Gegründet um 1930, 300 km südlichwestlich von Tunis (Tunesien). Ländliches Gestüt für die privaten Züchter der
Umgebung, da diese ihre Stuten vor dem Abfohlen auf eines der Staatsgestüte bringen müssen, um Papiere vom
Staat zu erhalten. Nachzuchten werden oft auf die Rennbahn Kassar Said bei Tunis, verkauft. Das Gestüt steht
unter Aufsicht des Staatsgestüt Sidi Thabet.

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Mangalia
Gegründet 1929 (Rumänien) am bekanntem Badeort am Schwarzen Meer, 25 km südlich Constanta. Bei Ausbruch
des I. Weltkrieges, im Jahr 1914, mussten die Pferde des Gestütes evakuiert werden. Im Jahr 1919 wurde durch
die vorübergehende Besetzung das Militärgestüt Bábolna von rumänischen Truppen besetzt und die
zurückgelassenen Pferde wurden damit erbeutet und standen kurze Zeit in Jegalia und Cislau, bevor sie
schlussendlich 1929 in Mangalia ankamen. Sie legten so den Grundstein für eine erfolgreiche und später auch von
Ungarn unterstützte Nachzucht. Am 1. August 1919 erfolgte die Auflösung des Gestütes Radautz unter der k.u.k.
-Monarchie. Von 1920 bis 1942 standen die Araberpferde unter rumänischer Führung weiterhin in Radautz. Die
Araberherde kam über Umwege 1942 ins Hengstdepot Rusetu; danach nach Slobozia; 1969 erfolgte die Verlegung
ins Militärgestüt Jegalia. 1980 erfolgte die Verlegung der Radautzer Shagya- und Vollblutaraberpferde in das
südrumänische Hengstdepot Brebeni und schlussendlich nach Mangalia. Heute sind die Vollblutaraber in Mangalia
untergebracht und die Vollblutaraberzucht von Raudautz und Bábolna wird erfolgreich weitergeführt. Die Shagya-
Araber kamen nach dem weiten Weg über verschiedene Gestüte Ende des 20. Jahrhunderts wieder nach Radautz
zurück.

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Manial
Gegründet 1890, auf der Nil-Insel Roda (Aegypten). Prinz Mohamed Ali Tewfik (1875-1955) übernahm die
königlichen Gestüte Mataria, Kobbah und Shoubra und einige Pferde von seinem Bruder Abbas Pasha Hilmi II und
überführte sie in sein Gestüt Manial. Diese Pferde waren gezogen von seinem Vorfahren Abbas Pasha I. Als das
Gestüt Manial aufgelöst wurde kam die RAS in den Besitz dieser Pferde, da er keine Erben hatte.

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Marbach
Gegründet 1573, bei Gomadingen, 60 km südlich Stuttgart (Deutschland). Als 1932 das Gestüt Weil aufgelöst
wurden, kamen 17 Vollblutaraberpferde – darunter 13 Stuten – von Weil in das Haupt- und Landgestüt Marbach.
Nach dem II. Weltkrieg mit dem Zusammensuchen einzelner Vollblutaraberhengste konnte der Zuchtbetrieb wieder
aufgenommen werden. 1955 Import des Hengstes Hadban Enzahi zusammen mit der Stute Nadja aus El Zahraa.
1965 Pachtweise Übernahme des Hengstes Ghazal. 1967 im 150jährigen Jubiläumsjahr wird der Hengst Saher
geboren. 1970 Import des Hengstes Gharib aus El Zahraa. Neben der Vollblutaraberzucht, die durch
testamentarischen Beschluss des König Wilhelm I. in Marbach weiter betrieben wird, widmet sich das Gestüt der
Zucht des Kalt- und württembergischen Warmblutes.

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Méknès
Gegründet 1925 (Marokko). Begonnen wurde 1915 mit der Vollblutaraberzucht in Temara. 1925 Umzug in das
damals einzige und neu gebaute Gestüt Méknès. Pferdebestand aus dem Orient, den damals unter franz.
Herrschaft stehenden Staatsgestüten Sidi Thabet (Tunesien), Tiaret (Algerien) oder aus dem französischen Gestüt
Pompadur. Heute gibt es noch 3 weitere Regionalgestüte in El Jadida, Marrakech, Oujda und das Nationalgestüt La
Kasbah in Bouznika, zwischen Casablance und der Hauptstadt Rabat.

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Mezöhegyes
Gegründet 1785, 75 km östlich Szeged (Ungarn), nahe der Grenze zu Rumänien, durch Kaiser Joseph II. Heute
ältestes noch existierende Gestüt des Landes. 1816 kam der Anglo-Normannen-Hengst Nonius als Kriegsbeute
nach Mezöhegyes. Er leitete eine neue Epoche in der ungarischen Warmblut-Pferdezucht ein und wurde zum
Stammvater der bekannten Noniusrasse. Mit der Zweiteilung der Habsburger Monarchie 1869 wurde Mezöhegyes
Eigentum der ungarischen Krone und 1876 übersiedelten von Mezöhegyes – das die orientalische Zucht aufgab –
alle Araberpferde nach Bábolna. Seit 1961 befindet sich die ganze Noniuszucht in der Puszta von Hortobagy.
Ebenfalls in Mezöhegyes ist der ungarische Anglo-Araber entstanden, der Gidran. Heute züchtet man in
Mezöhegyes vorwiegend Sportpferde auf deutscher Basis.

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Michalow
Gegründet 1953 als zweites Vollblutarabergestüt, 100 km nördlich von Krakau und 40 km südlich Kielce (Polen).
1960 Übernahme des Pferdebestandes Gestüt Michalów/Klemensów (20 km westlich Zamosc). Michalów hat eine
Grundfläche von 240 ha was für polnische Begriffe eher klein ist. 1985 wurde dem Gestüt den Preis des polnischen
Pferdezüchterverbandes verliehen.

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Mlynow-Olyka
Gegründet um 1540, 40 km östlich Luck (Ukraine) durch die Familie Radziwill. Über Generationen Zucht von
Vollblutarabern bis Ende des II.Weltkrieges.

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Mohamed Ali (1769-1849)
Gegründet 1811 in Kairo (Aegypten), als er im Jahre 1805 von der Regierung in Konstantinopel zum Pascha
von Kairo ernannt und danach zum Vizekönig von Aegypten wurde. Als von ihm verlangt wurde, den Aufstand
der Wahabiten im inneren Arabien niederzuschlagen, entsandte er seinen Sohn Tousson (den Vater des späteren
Abbas Pascha I.) mit seiner Armee an den Ort des Geschehens. Das Kriegsglück war auf Mohammed Ali’s Seite;
denn Saud, der Anführer der Wahabiten, starb und sein Sohn Abdullah unterzeichnete einen Friedensvertrag. Als
Teil der Friedensbedingungen erhielt Mohammed Ali eine Kollektion bester arabischer Pferde. In einem 2. Feldzug
ergriff er die Gelegenheit, sich das Gestüt von Abdullah anzueignen. Angeblich soll Mohammed Ali nahezu tausend
arabische Pferde in luxuriösen Stallungen in Shoubra gehalten haben; er starb 1849. Sein Sohn Ibrahim betrieb ein
eigenes Gestüt mit rund 400 Pferden, die angeblich zumeist aus dem Nejd stammten. Im Verlauf der Jahre wurden
diese Gestüte jedoch vernachlässigt. Abbas Pascha I energische Massnahmen retten die Gestüte vor dem
Untergang.

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Motesice
Gegründet 1923 (heutige Slowakei), 100 km nordöstlich von Bratislava (unweit von Trencin nach Trencianske
Teplice), zuerst als Hengstendepot und nach dem II. Weltkrieg als Staatsgestüt zur Veredelung der
Landespferdezucht. 1938 evakuierte das Gestüt Hostau rund 400 Pferde der Zuchtrichtungen Shagya-Araber,
Anglo-Araber und Englisch-Halbblut nach Motesice. 1955 wurde die Zucht von Shagya- und Anglo-Araber
aufgegeben. Nachdem in Österreich die letzte Zuchtgruppe der Rasse Furioso 1983/84 in Piber aufgelöst wurde,
ist die letzte bedeutende Zuchtstätte der Rasse das Gestüt Motesice. Hier versucht man, alte Blutlinien wieder
aufzustöbern und den Furioso wirklich wie altes Kulturgut zu erhalten. In Ungarn (Hodmezövazarhely) der
Furiosobestand immer wieder von deutschen Sportpferderassen beeinflusst. Daneben wird in Motesice die Zucht
von englischem Vollblut und Halbblut betrieben.

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Mrkonjicevo
Gegründet 1885, in der Vorstadt von Sarajevo (damaliges Jugoslawien) als Hengstendepot und gehörte zum
Betrieb Borike; auch zwischendurch als Landgestüt Sarajevo bezeichnet (siehe Borike).

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Neustadt/Dosse
Gegründet 1788, 10 km westlich Neuruppin (Deutschland), durch Friedrich Wilhelm II., König von Preussen. Das
Gestüt getrennt durch das Haupt- und Landgestüt sind je als Vierseitenhöfe angelegt und getrennt durch eine 1
km lange, vierreihige Baumallee. Alle Gebäude sind im vorklassizistischen Stil errichtet. Die Arabische Zuchtperiode
fand von 1788 bis 1833 statt. Nach der Niederlage Preussens im napoleonisch-preussischen Krieg 1806 musste
das Gestüt fliehen, dabei ging wertvolles Zuchtmaterial verloren. Die aufkommende Mode der Pferderennen
bewirkte auch in der Neustädter Pferdezucht eine starke Ausrichtung nach englischem Muster, diese englische
Zuchtperiode fand von 1833 bis 1876 statt. Die Wirtschaftspferdezucht fand von 1895 bis 1945 statt. Ab 1922
stellt man den Züchtern jedes Jahr während der Hengstparaden die Landbeschäler vor. In Neustadt züchtete
man nun konsequent Reitpferde. Der Export von Reitpferden ins nichtsozialistische Ausland war für die DDR eine
lukrative Geldquelle und lief zum grössten Teil über das Hengstdepot (Landgestüt) Neustadt. Das Haupt- und
Landgestüt züchtet heute das Brandenburgische Warmblut mit dem Pfeil und der Schlange im Brandzeichen.
Daneben werden Kaltblut-, Haflinger-Hengste und einige Vollblutaraberstuten gehalten. Seit 2001 wird das
Brandenburgische Haupt- und Landgestüt als Stiftung des öffentlichen Rechts geführt.

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Nowy Dwór
Gegründet 1946/47, bei Krakau (Polen), 5 km südlich Zywiec, als ländliches Gestüt des Betriebsteil der
Gutsverwaltung Wieprz. Zuchtgrundlage des Gestüts waren versprengte arabische Vollblutpferde, die zuerst 1945
in Raba Wyzna standen. 1960/61 wurde die Vollblutaraberherde nach Janów Podlaski gebracht und die AV-Zucht in
Nowy Dwór aufgelöst.

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Palánka
(auch Karadkordjevo) im Süden der Batschka gelegen hiess in der k.k.-Monarchie Oesterreich-Ungarn Palánka
und war Aufzuchthof für Hengstfohlen. In den Jahren 1941 bis Ende des II. Weltkrieges gehörte die Gegend von
Batschka zu Ungarn und der alte Züchterort Palánka wurde den geborenen Fohlen auferlegt. Nach dem Ende des
II. Weltkrieges war es jugoslawisches Staatsgestüt und züchtete neben den Araberpferden, die Rassen Lipizzaner,
Nonius und Gidran. (siehe Karadkordjevo)

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Pelkine
Gegründet 1892, bei Jaroslaw (Polen) durch Prinz Witold Czartoryski mit Pferden aus dem Bestand aus Antoniny,
Jezupol, Slawuta und Bialocerkiew und Weil. Der I. Weltkrieg schlug fürchterliche Wunden und die Pferde wurden
nach Russland weggeführt. Nur vier Stuten und ein Hengst konnten 1914 gerettet werden. Nachzuchten dieser
Pferde wurden ab 1927 auf der Rennbahn geprüft. 1944 evakuierte das Gestüt nach Zarzecze südlich Przemysl
sowie in die Nähe von Dembica. Trotz Plünderungen konnten 1944 einige Pferde gerettet werden. Nach dem II.
Weltkrieg wurde das Gestüt aufgegeben.

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Piber
Gegründet 1798, 10 km von Maria Lankowitz, bei Graz (Österreich). Als Remontendepot gegründet und neben
Raudautz zweites Staatsgestüt in der Benediktinerstift St. Lambrecht gehörender Domäne. 1810 Aufstellung von
eigenen Hengsten; 1811 bekam Piber von Mezöhegyes 25 Stuten zur Ergänzung seines Bestandes. Gestüt infolge
feindlicher Einbrüche, 1805, 1809 und 1813 zur Flucht gezwungen. 1857 Abgabe der arabischen Pferde und Beginn
von Landesbeschälern der Lipizzanerrasse. 1867 neue Aufgabe schwere Halbblutbeschäler für die österreichische
Reichshälfte zu züchten. Die Lipizzanerherde ging nach Radautz ab, um erst nach dem I. Weltkrieg wieder teilweise
nach Piber zurückzukehren. Piber wurde 1878 aufgelöst und in ein Remontendepot umgewandelt. 1890
Wiedererrichtung von Piber als Gestüt mit Rassen Araber, englisches Halbblut und Nonius. Ab 1898 gab es in Piber
keine arabische Zucht mehr. 1919 gab das Gestüt viele seiner Pferde in das neugegründete Staatsgestüt
Wieselburg ab. 1920 wurden aus Lippiza und aus Waldhof und der Bestand des Radautzer Arabergestüt nach Piber
überstellt. Ende des I. Welkrieges übersiedelten die Pferde nach Laxenburg und nache dem Ende des Krieges
wurde Piber Zuchtstätte der Lipizzaner für die Spanische Hofreitschule. 1922 wurde ein Teil der Araber ins
slowakischen Staatsgestütes Topolcianky verkauft. 1923 wurde der andere Teil an den Grafen Franz Esterhazy in
Tata, Ungarn, verkauft. Das Lipizzanergestüt war im II. Weltkrieg vorübergehend in Hostau im Böhmerwald und
nach Kriegsende in Wimsbach in Oberösterreich untergebracht. Nach dem II. Weltkrieg wurde Piber als reines
Noniusgestüt neben den Lipizzanern weitergeführt. 1983 Aufgabe der englischen Halbblut- und Noniuszucht in
Piber; ab dann werden ausschliesslich Lipizzaner gezüchtet für die laufende Versorgung der weltberühmten
Spanischen Reitschule in Wien mit jungen Hengsten.

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Pin
Gegründet 1715, 10 km nördlich Alençon (Frankreich). Die Bauzeit dauerte 13 Jahre bevor 1930 die ersten
Zuchthengste einzogen. Das Gestüt hat Kriege, Besatzungen und kuriose Regierungswechsel überdauert. Heute
gibt es im Gestüt die Zuchthengsteanstalt, den landw. Gutsbetrieb und die 1823 gegründete Gestütsschule.
Gezüchtet wird der Anglo-Normanne, der Anglo-Araber und die Percheron-Kaltblutrasse sowie das Traberpferd.
Einige Vollblutaraber und englische Vollbluthengste wie -stuten sind im Gestütsbetrieb zusätzlich eingestallt.

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Podhajczyki
Gegründet um 1890, 20 km östlich Kolomya (Ukraine), durch Mikolaj Lukasiewicz. Er züchtete mit
Vollblutaraberpferden aus Biala Cerkiew, Jablonow, Radautz und aus Weil. Nachfolger war Erwin Bohosiewicz bis
zum Ende des I. Weltkrieges. Danach Auflösung des Gestütes; einige Pferde gehörten zu Gründerstuten der
polnischen Araberzucht.

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Police College Stud
Gegründet 1949, vor der ägyptischen Revolution, in Kairo, Ortsteil Abbassia (Aegypten). Die ägyptische Polizei
unterhält einen Pferdebestand von zirka 50 Araberpferden für die Offiziere und 800 Warmblüter aus Polen Ungarn,
Irland und der ehemaligen DDR, die für die berittene Polizei zur Verfügung steht. Die besten Zuchtstuten wurden
Anfang der 70er Jahre nach Europa exportiert. Die Police College-Araberpferde werden von der EAO registriert; im
EAO-Stutbuch Vol V. ist jedoch keine Nachzucht des Polizei-Gestüts mehr aufgeführt.

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Pompadur
Gegründet 1745, 60 km nordöstlich Periguex (Frankreich) durch Madame Leonormand d’Etoiles, der Geliebten von
König Ludwig XV. 1761 erwarb König Ludwig XV den Besitz zurück und beauftragte seinen Stallmeister Prinz von
Lambese ein Gestüt zu errichten. Dies geschah mit Berberhengsten spanischen und Limousiner Pferden, später mit
Pferden aus dem Orient. Das Gestüt wurde mehrmals 1771, 1825 und 1861 aufgelöst und wieder neu belebt 1808,
1833, 1874. Ab 1833 wurde die Zucht des Anglo-Arabers in Pompadur gegründet. Es erfolgten ab 1833 grosse
Importekontingente von Araberhengsten aus dem Orient und englischen Vollblutstuten aus dem Ursprungsland.
Pompadur ist das einzige Gestüt das als Deckstation und Zuchtbetrieb in Frankreich tätig ist. Heute ist die Zucht
der Anglo-Araber die grösste Zucht Frankreichs nach dem Selle Français-Pferd. Auf der dem Gestüt angegliederten
Bahn werden die beliebten Rennen abgehalten.

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Radautz
Gegründet 1792, 60 km südlich Cernivci (Rumänien). Das bekannte kaiserlich-königliche (im folgenden k. k.
genannte) Staatsgestüt Radautz wurde erstmalig 1774 erwähnt und liegt im äussersten Nordosten Rumäniens an
den Ausläufern der Ostkarpaten. Es war ein Sammelplatz für die im Moldaugebiet, in Bessarabien, Galizien, in der
Ukraine und in der Kaukasusregion durch die k. k. Remontekommissionen gekauften Pferde und war anfangs in dem
1780 gegründeten Betrieb Waszkoutz untergebracht und basierte auf den primitiven, harten und anspruchslosen
Landpferden des Ostens. Das Gestüt umfasste 9810 ha, davon 1000 ha Wiesen und über 2250 ha Weiden. 1878
kam durch die vorübergehende Auflösung von Piber ein Teil seines Pferdebestandes 3 englische Stutenherden und
2 Herden orientalischen Blutes (Gidran und Dahoman sowie Shagya) und Lipizzanerstuten. Das Verhältnis der
orientalisch-arabischen Stuten zu den englischen betrug drei zu vier. In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts, im
Ergebnis der Koalitionskriege gegen Napoleon fand eine grundlegende Veränderung statt, die Tendenz und
Hinwendung zur Verwendung englischer Halb- und Vollblüter und nahm seinen Anfang. Als die russische Front im I.
Weltkrieg näher rückte, wurden im August 1914 die 2000 Köpfe starke Herde nach Mittelösterreich evakuiert. Die
Araberzucht wurde im Staatsgestüt Piber fortgesetzt. Nach dem Ende der Monarchie wurde der Pferdebestand an
die Nachfolgestaaten aufgeteilt und die Bukowina fiel an Rumänien. Am 1. August 1919 erfolgte die Auflösung des
Gestütes Radautz unter der k.u.k.-Monarchie. Von 1920 bis 1942 standen die Araberpferde unter rumänischer
Führung weiterhin in Radautz; 1942 kam die Herde ins Hengstdepot Rusetu, danach nach Slobozia. 1969 erfolgte
die Verlegung der arabischen Herde von Slobozia ins Militärgestüt Jegalia. 1980 erfolgte die Verlegung der
Shagya-Araber und Vollblutaraberpferde in das südrumänische Hengstdepot Brebeni. Die Zucht des Shagya-
Araber- Pferdes wurde erst kurz vor dem Ende des 20. Jahrunderts wieder im Gestüt Radautz neu belebt; die
Herde kam von Mangalia zurück ins Gestüt.

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Redefin
Gegründet um 1710, Pferdebestand ab 1721 verzeichnet, 20 km westlich Ludwigslust (Deutschland). 1832 als
Haupt- und Landgestüt tätig. Heute liefert das Landgestüt die Beschäler für die mecklenburgischen Deckstationen
und dient als Hengstprüfungsanstalt.

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Rötgen
Gegründet 1924, südöstlich von Köln nach Bonn (Deutschland). 1904 erwarb Peter Mühlens das Schloss Röttgen
und das dazugehörende Gut Maarhausen. 1924 zogen die ersten englischen Vollblüter in die Stallungen. Während
des II. Weltkrieges übernahm die Tochter Maria, nach dem Tod ihres Vaters, das Gestüt. 1945 bis 1953 Residenz
des britischen Militärgoverneurs. Mit ihrem Mann Konsul Rudi Mehl vergrösserte die Tochter das Gestüt. 1985,
nach dem Tod von Maria Mehl-Mühlens, wurde das Gestüt in eine Stiftung umgewandelt. Der Mutterstall gilt als
einer der schönsten Ställe in der Welt und der mit Sand aufgestreute Innenraum erlaubt den Stuten mit Fohlen
bei Schlechtwetter Auslauf.

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Royal Stables (Jordanien)
Gegründet 20 km östlich Amman (Jordanien) durch Emir Abdallah, dem Grossvater König Husseins. Als Nachkomme
von dem Propheten Mohammed züchtete er reinrassige Vollblutaraber, die auf die 5 Stuten Mohammeds zurück
gingen. Diesem Zuchtziel blieb er aber nicht ganz treu. 1949 tauschte König Abdallah zwei spanische Hengste für
sein eigenes Arabergestüt und das Militärgestüt Yeguada Militar bekam dafür zwei Stuten. 1951 nach der
Ermodung Emir Abdallah wurde die Zucht aufgelöst und in alle Richtungen verstreut. Sein Sohn suchte fünf Jahre
später bei Beduinen und Bauern diese Pferde wieder zusammen und erwarb aus dem Irak weitere arabische Pferde
dazu. Prinzessin Haya von Jordanien - eine Urenkelin des Gründers - reitet heute international an
Springkonkurrenzen.

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Rusetu
Gegründet 1930, liegt in der Baragan-Tiefebene, an der Grenze zum Kreis Braila (Rumänien). Das ehemalige
Hengstdepot dient heute der Verbesserung der rumänischen Pferderassen. Es werden deshalb im Gestüt ab 1936
auch Shagya-Araberpferde rein gezüchtet. Heute gehört es zum Komitat Buzau und hat neben den Pferden
(2007) 782 Milchkühe, 1150 Rinder, 3400 Schafe.

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Sachny
Gegründet um 1900, bei Berdicvic (Ukraine)
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Satanow
Gegründet um 1835, 50 km westlich Hmelnyckyj (Ukraine) durch die Familie Sanguszko und gehörte zur Herrschaft
Slawuta. (siehe Slawuta)

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Schlenderhan
Gegründet 1869, 50 km südöstlich Köln bei Quadrath-Ichendorf (Deutschland) gelegenen, durch Eduard von
Oppermann. Er richtete beim Schloss aus dem Jahre 1733, dem Sommersitz der Familie, das englische
Vollblutgestüt ein. Das Gestüt wurde eines der führenden Vollblutgestüte Deutschlands. Das Gestüt blieb in all
den Jahren in den Händen der Familie und wurde von mehreren Erben weitergeführt. Trotz aller baulichen
Veränderungen (vor allem durch den Braunkohlenabbau unter den Weiden) ist das traditionsreiche
Gestütsgelände der Mittelpunkt des Familienbesitzes. Die Zahl der gezogenen Spitzenpferde geht in die Hunderte,
ebenso die Siege an Rennen. 1998 wurden modernste Stallungen gebaut.

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Schwaiganger (Bayerisches Stammgestüt)
Gegründet 1750, 60 km südlich von München (Deutschland), diente seit 1610 als herzogliches Vorwerk des
Hofgestüt Grasslfing als Sommerweide. Um 1517 errichtete Herzog von Pfalz-Neuburg bei Rohrenfeld an der Donau
ein Hofgestüt ein. Während der napoleonischen Kriege wurde Schwaiganger beschlagnahmt und kam 1810 zum
Erliegen. 1816 wurde das Hofgestüt Bergstetten gegründet und mit der Wiederaufnahme im gleichen Jahr von
Schwaiganger gab es wieder drei Hofgestüte. 1840 bis 1920 wurde Schwaiganger ein Armeegestüt und
Remontendepot, danach preussisches Hauptgestüt. 1935 brannten die Gebäude durch Blitzschlag nieder und
waren 1938 wieder aufgebaut. In den 80er Jahren zum Haupt- und Landgestüt ernannt, kamen die Pferde von
Landshut und Achselschwang nach Schwaiganger. Gezüchtet wird süddeutsches Kaltblut, Noriker, bayerisches
Warmblut und Haflinger.

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Shams el Asil
Gegründet 1968, 3 km von den Pyramiden von Giza (Kairo, Aegypten) entfernt, im Besitz Mrs. Wegdan el Barbary.
Das Gestüt besteht aus 30 bis 40 Pferden, 2 bis 4 Deckhengste; der gesamte Pferdebestand geht auf
Araberpferde des Staatsgestüts El Zahraa zurück. Die Pferde werden nach europäischem Muster in geräumigen
Aussenboxen gehalten. Zwei weitläufige Sandausläufe am Rande der Wüste bieten die Möglichkeit zur täglichen
Bewegung. Zur Belegung einzelner ausgesuchter Stuten wird für die Decksaison hin und wieder ein Beschäler aus
dem Staatsgestüt zusätzlich angepachtet. Als Olympiadressurreiterin legt die Besitzerin Wert auf harmonisches
Exterieur und Rittigkeit sowie angenehmen Charakter. Da das Gestüt aus reiner Liebhaberei unterhalten wird,
verzichtet man weitgehend auf einen Verkauf von Pferden; lediglich einzelne Hengstfohlen werden abgegeben.
Das Gestüt wird von der EAO überwacht, seine Pferde werden durch sie registriert und gebrannt.

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Sheykh Obeyd
Gegründet 1881, in der Nähe von Kairo bei Ein Shams, Matariah (Aegypten) durch Anne und Wilfred Blunt, die in
England das Gestüt Crabbet Park besassen. Sheykh Obeyd, über 160 Hektar gross, war das Areal des ehemaligen
Ibrahim Pascha (1789-1848), Sohn des Mehmed Ali und Onkel von Abbas Pasha I gehört hatte. Blunts konnten
einige Pferde von Abbas Pasha I erwerben und begannen eine zweite Zucht in Aegypten. Nach Problemen mit der
Regierung verliess das Ehepaar Aegypten und kehrte erst 1887 zurück. Ab 1888 lebten sie mit ihrer Tochter
überwiegend in Ägypten und wohnten nur während des Sommers in Crabbet Park, England. 1906 trennten sich die
Blunts und Lady Anne kehrte 1915 alleine nach Sheykh Obeyd zurück, Lady Anne starb 1917 im Alter von 80
Jahren. Die RAS erwarb einige Pferde und züchtete mit diesen Tieren die alten Blutlinien Abbas Pasha I weiter.

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Sidi Bou Hadid
Gegründet 1944, am Rande von Hammamet (Tunesien), 5 km von Medina im Stadtzentrum entfernt. Zucht von
Vollblutarabern bis 1980.

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Sidi Thabet
Gegründet 1880. 25 km nördlich der Hauptstadt Tunis (Tunesien). Heute werden die Vollblutaraber-Pferde
hauptsächlich für die allseits beliebten Pferderennen auf der Rennbahn von Kassar Said gezüchtet. Das Staats-
und Hauptgestüt Sidi Thabet, mit über 2500 reinen Vollblutarabern, ist das grösste Gestüt Tunesiens. Daneben
werden die anderen staatlichen Gestüte in Kairouan (150 km südwestlich von Tunis und 50 km westlich von
Sousse) und Maknassy (300 km südlichwestlich von Tunis) im Lande sowie das Gestüt Sidi Bou Hadid vom
Hauptgestüt aus betreut. Nur in Sidi Thabet werden die Papiere für die anfallenden Fohlen ausgestellt. Die
privaten Züchter müssen ihre Stuten vor dem Abfohlen auf eines dieser Gestüte bringen um Papiere vom Staat
zu erhalten.

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Simbata de Jos (Fogaras)
Gebaut 1868 und 1874 gegründet mit den ersten Pferden, 100 km östlich Sibiu (zu deutsch Hermannstadt) und
10 km vom Ort Fogaras (Rumänien) entfernt, das ist zugleich der Name für das kleine Gebirge, das zu den
Südkarpaten gehört. Bis 1920 wurde das Gestüt mit dem Ortnamen Fogaras bezeichnet. Nach dem I. Weltkrieg
wurde das Gestüt als Simbata de Jos neu gegründet. Neben Halbblutarabern und Lipizzaner die gezüchtet wurden,
sind heute in Simbata de Jos, das zu k.u.k.-Zeiten ungarisch Alsó Szombatfalva hiess, ca. 600 Lipizzaner
untergebracht – es ist das grösste Lipizzanergestüt der Erde.

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Slatina
Gegründet 1946, 29 km südöstlich von Virovitica (Rumänien) in der Südebene am Übergang der Drauniederung ins
hügelige Gebiet des Papuk. Als ehemaliges Hengstdepot dient es heute der Verbesserung der rumänischen
Pferderassen. Es werden deshalb im Gestüt ab 1960 auch Shagya-Araberpferde rein gezüchtet. Enge
Zusammenarbeit mit dem in der Nähe stehenden Hengstdepot Brebeni.

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Slatinany
Gegründet 1946, etwa 15 km südlich Pardubice (heutiges Tschechien). Gestüt für die schwarzen Kladruber mit ca.
40 Mutterstuten (1990). Seit 1956 zugleich Forschungsstelle für Pferdezucht, die sich auch um die Erhaltung der
Kladruber Rasse kümmert. Sie besitzt ein Pferdemuseum und eine der grössten hippologischen Bibliotheken der
Erde.

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Slawuta
Das wahrscheinlich älteste polnische Arabergestüt Slawuta des Fürsten Sanguszko. Seit 1506 ist Slawuta als
deren Sitz bekannt und 1528 wird sie erstmalig als wolhynischer Landbesitzer urkundlich erwähnt. Ihre Pferdezucht
und -haltung hatte zunächst vorwiegend militärische Gründe. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war in Slawuta
ein Durcheinander von Rassen. Ab 1775 kaufte das Gestüt aus Vorderasien orientalische Pferde. Sie wurden in den
Betriebsteilen Chrestówka und Polachow der Gutsherrschaft Bialogródka im Kreis Zaslaw, also etwa 400 km
westlich von Tscherkassy ansässig. 1844 übernahm Sohn Roman (Roman der Ältere) die Herrschaft Slawuta mit
63 000 ha und mit 295 Pferden in Chrestówka. Die Tochter Maria Klementyna erhielt als Mitgift die Herrschaft
Antoniny und mehr als 55 000 ha sowie 104 Pferde aus dem Gestüt Chrestówka. Mit dem erneuten polnischen
Aufstand beschlagnahmte die russische Regierung jedoch 1863 das Gestüt. Mit dem belassenen Rest der
Araberherde siedelte das Gestüt nach Satanów über. Am 1. November 1917 wurde Slawuta völlig zerstört. Nach
der Wiederherstellung des polnischen Staates 1919 konnten nur noch auf einzelne versprengte oder aus anderen
Zuchtstätten gerettete Hengste und Stuten der ehemaligem Slawuta-Familien zurückgreifen. Mit diesen
Zuchtpferden wurden die arabische Vollblutherde im staatlichen Gestüt Janów Podlaski und die neu aufgebauten
polnischen Privatgestüte nach dem I. Weltkrieg aufgebaut.

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Slobozia
vor dem II. Weltkrieg Hengstdepot, danach rumänisches Tierzuchtinstitut. 1960 erfolgte die Verlegung der
arabischen Radautzer-Herde nach Slobozia ins Militärgestüt und 1980 weitere Verlegung der Shagya-Araber- und
Vollblutaraberpferde in das südrumänische Hengstdepot Jegalia.

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Stadl-Paura (österreich. Bundeshengstenstallamt)
Gegründet 1826 (40 km südwestlich Linz am Ufer der Traun, Österreich) in den ehemaligen Gebäuden und
Stallungen der Oberleitung der k.k. Salzregie in denen die Zugpferde standen, die die Salzfrachtschiffe
flussaufwärts zogen. Zuerst standen in den nicht mehr benötigten Ställen der Salzregie Hengste aus dem Depots
in Wels, da dort der Platz zu knapp wurde. Stadl wurde bis 1918 militärisch geführt. 1857 wurden zwei
Hengstendepots nach Stadl verlegt und man züchtete den leichten Reit- und Wagenschlag sowie vorwiegend die
Pinzgauer Rasse. Nach dem Zusammenbruch der k.u.k. Monarchie 1918 untersteht Stadl-Paura dem
Bundesministerium für Land- und Fortstwirtschaft. Aus dem Hengstdepots ist heute eine zentrale Institution für
die gesamte österreichische Pferdezucht entstanden. 1938 wurde das Bundeshengstenstallamt als Landgestüt
dem deutschen Reichministeriums unterstellt. Heute stellt es die erforderlichen Hengste der entsprechenden Rasse
für die österreichischen Landeszuchten zur Verfügung.

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Stawropol
Gegründet 1945, ca. 80 km nordöstlich Pjatigorsk (Russland). Grundstück ca. 24.000 ha (allein 600 ha natürliches
Weideland). 800 Pferde (2001), davon 70 Achal-Teke-Mutterstuten, 60 englische Vollblutstuten, 120 Tersker-
Mutterstuten. Das Gestüt hat in Tersk für die Dressurausbildung Stall und Reithalle angemietet. Für die
Rennprüfung wird die Rennbahn in Pjatigorsk benutzt. Stawropol gehört mit Tersk gemeinsam zur Wiege der
Tersker Rasse und züchtet sie auch weiterhin, während Tersk heute ausschliesslich Arabisches Vollblut betreut.

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Streletzk
Gegründet um 1835, als kaiserliches Privatgestüt, 30 km nordöstlich Bilovodsk (Ukraine) war es eines der vier
Bjelovodski-Gestüte, das 1918 in der Oktober-Revolution vernichtet wurde.

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Szamrajowka
Gegründet 1778, 30 km westlich Bila Cerkva (Ukraine) durch die Familie Branicki. Vollblutaraberzucht über
Generationen bis Ende 1917. Szamrajowka war eines der Gestüte die während der bolschewistischen
Auseinandersetzungen untergingen.

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Tata (Totis)
Das ehemalige Gestüt Totis war Bestandteil des Besitztums der ungarischen Grafen Esterhazy von Galanta,
zirka 50 km östlich Bratislava (Slowakei). Sein Zuchtbestand war aus dem bis 1852 in Matyushaza bestehenden
und bereits seit dem 7. Jahrhundert erwähnten Gestüt gebildet worden und lieferte vor allem vorzügliche
Wagenpferde aus ungarischen Stuten, die im Verlaufe des 19. Jahrhunderts bis zu seiner Auflösung mit englischen
Vollbluthengsten gepaart wurden. 1885 hatte der Grossvater von Ferenc, Millös Esterhazy, die beiden
obgenannten Domänen übernommen und das Gestüt weitergeführt. Der Erwerb der Radautzer Shagya-Araber-
Herde 1923 war ein besonderer Verdienst, so dass ebenfalls 1923 aus dem ehemaligen k. k. Hofgestüt Lipizza
sechs Hengste und 20 Stuten, um die Weiterzüchtung der Lipizzaner in Ungarn zu ermöglichen. 1936 wurde der
gesamte Shagya-Araber- Bestand (36 Stuten) vom Gestüt Bábolna übernommen.

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Taurów
Gegründet 1815, 25 km westlich Berezani (Ukraine) durch Leopold Trzeciak. Sohn Dionyzi errichtete 1852 eine
Vollblutaraberzucht im Gestüt. 1864 Racheackt durch Nachbarn der fast den ganzen Pferdebestand vernichtete.
1894 Übernahme durch Login von Lobos. Die 1914 erfolgte Invasion der russischen Truppen im I. Weltkrieg
vernichtete das Gestüt.

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Tersk
Gegründet 1921, 300 km südöstlich Rostow (Russland). In der russischen Pferdezucht erschienen die arabischen
Pferde zum ersten Mal im 16. Jahrhundert. Sie spielten bei der Zucht neuer Rassen, wie z. B. Orlov-Traber und
Orlov-Rostoptschiner im 18. Jahrhundert und später bei den Tersker-Rasse, eine überragende Rolle. So erwarb
man im Jahre 1774 für das Orlow-Gestüt 30 Araberhengste und 9 -stuten. Die Zuchtarbeit für diese Rasse
erfolgte in Gestüten in der Nähe von Woronesh, nicht weit von Pjatigorsk entfernt, im Kaukasus (heutige Tersk).
1805 erwarb Katharina die Grosse für die Krone das Gestüt Streletzk. Bis zum I. Weltkrieg war die Streletzker
Rasse geschätzt. Die neue russische Regierung gründete 1921 auf den ehemaligen nordkaukasischen Besitzungen
des Grafen Stroganow und des Sultans Gerea das Gestüt Tersk, um hier Militärpferde zu erzeugen. 1925
importierte Tersk erstmals arabisches Zuchtmaterial aus Ungarn. 1930 importierte das Gestüt sieben Vollblutaraber
aus Frankreich und 1936 aus dem Crabbet-Gestüt in England 25 arabische Vollblüter. 1939 beim Ausbruch des II.
Weltkrieges, wurde im Gestüt Janów Podlaski in Polen Vollblutaraberhengste und -stuten konfiziert. 1947 wurde
Tersk zum reinen Vollblutarabergestüt bestimmt. Die Halbblutaraberpferde kamen in das 50 km entfernte
Stawropol. In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts erfolgte ein wahrer Boom auf den Erwerb von Pferden aus
Tersk, die auf vielen Schauen mit Erfolg bewertet wurden.

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Tiaret
Gegründet 1871 in der Provinz Oran (Algerien), ursprünglich französisches Militärgestüt. Zucht von Vollblutaraber,
Berber, Remontegestüt für die französische Armee in Algerien.

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Todireni
1946 in Rumänien als ehemaliges Hengstdepot gegründet, dient es heute der Verbesserung der rumänischen
Pferderassen. Es werden deshalb im Gestüt ab 1955 auch Shagya-Araberpferde rein gezüchtet.

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Topolcianky
Gegründet 1921, 30 km östlich von Nitra (heutige Slowakei). Das damalige Staatsgut Topolcianky bewirtschaftete
fast 1000 ha Boden, davon 750 ha Ackerboden und 30 ha Weingärten. Der Rest sind Wiesen und Weideland. Nach
dem II. Weltkrieg standen zirka 20 arabische Mutterstuten in der Herde von Topolcianky; sie gingen alle auf sieben
Radautzer und zwei Bábolnaer Stammstuten und fünf arabische Hauptbeschäler zurück. Alle Pferde müssen im
Wagen gehen und ziehen können, es wird keine Ausnahme gemacht. Manche Hengste nehmen auch an der
grossen Pardubitzer Prüfung im Herbst jedes Jahres teil. 1973 wurden aus Ägypten drei Hengste und sechs Stuten
importiert, um eine Vollblutaraberherde aufzubauen. Im März 1993 Wandel vom Staats- in ein Nationalgestüt und
wurde zugleich Mitglied der Internationalen Shagya-Araber Gesellschaft (ISG). Neben den Shagya-Arabern
(Gestütshof Rybnik) werden Lipizzaner-, Huzulen- und Hannoveranerpferde (Hofe Hostie) sowie das slowakische
Warmblut (Hofe Breziny) und das englische Vollblut (Hofe Krasny Majer) gezüchtet. Auf zwei Höfen wird auch
Rinderzucht betrieben und eine Championzucht wie auch der Rebbau gehören zum Gutsbetrieb.

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Toponár (Kaposvár)
Gegründet 1950 in der Nähe des Deseda-See, 36 km südlich vom Plattensee, nördlich von Nagyatad (Ungarn) aus
der ehemaligen LPG ist eine freiwillige Gemeinschaft der Bauern (Pferdebestand 15 bis 20 Shagya-Araber-Stuten)
entstanden, deren 3000 Hektar Land einheitlich bewirtschaftet wird. So sind die Pferde des Gestütes privates
Eigentum, aber nicht im privatem Besitz. Nach seiner Gründung lieferte das Gestüt 17 Hengste für die ungarische
Zucht, die als Landbeschäler vom Staat seit 1974 angekauft wurden. Ab 1995 wurde aus dem Westen Europas
mehrmals ein Hengst angepachtet.

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Trakehnen (Königliche Stutamt)
Gegründet 1732 durch den Preussenkönig Friedrich Wilhelm I., im Gebiet bei Kaliningrad (damaliges Ostdeutschland,
heutiges Russland). Ab 1787 erhielten alle im Gestüt geborenen Pferde die einfache siebenendige Elchschaufel auf
den Hinterschenkel gebrannt. Zwei verlustreiche Evakuierungen 1806 und 1812 beeinträchtigte die Trakehner-
Zucht. 1888 Gründung von privaten Züchtern die Ostpreussische Stutbuchgesellschaft für Warmblut Trakehner
Abstammung mit dem doppelten Elchschaufelbrand. Im I. Weltkrieg erlitt das Gestüt Trakehnen gravierende
Einbussen an Pferden. Ab 1926 absolvierte die Trakehner Hengste ein Jahrestraining mit abschliessender
Hengstleistungsprüfung. Bis Ende des II. Weltkrieges hatte die Trakehner Zucht einen hohen Stellenwert in ganz
Europa. Im Oktober 1944 Evakuierung des Gestütes nach Westen, jedoch fiel der Grossteil der Zucht in
russischen Hände. 1947 Gründung eines privaten Trakehnerzuchtverbandes in Deutschland mit den 1500 geretten
Pferden der Evakuierung. Neben Rantzau und Erichsburg wurde Zweibrücken dem Trakehnerverband zur Verfügung
gestellt um die Zucht weiterzuführen.

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Ujazd
Gegründet 1827/28, bei Koscian (Polen) durch Baron Willem Bicker. Erwerb von Pferden aus Crabbet Park und aus
polnischen Gestüten. 1936 übernahm die Tochter den Betrieb bis Ende des II. Weltkrieges.

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Uzin
Gegründet 1812, 20 km östlich Bila Cerkva (Ukraine) durch die Familie Branicki. Export von Pferden aus dem Orient
und Erwerb von AV-Pferden aus Slawuta und benachbarten Gestüten. 1908 vernichtete ein Grossbrand das Gestüt
(60 Mutterstuten starben), der Bestand wurde aus den beiden anderen Gestüte der Familie erneuert, in der
Oktoberrevolution 1918 wurde fast alle Pferde (über 100) erschossen. Einige wenige gingen 1919 nach Polen.

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Veragua
Gegründet 1919 von Don Cristobal Colon, Marqueses de Avella, Herzog von Veragua (Spanien). Letzter männlicher
Nachkomme von Christoph Kolumbus, ein vornehmer Grande, eleganter Weltmann und Junggeselle, der Stiere und
andalusische Pferde züchtete bis er 1926 den Entschluss fasste nur noch Vollblutaraber im Gestüt zu halten. In
England erwarb er von Lady Wentworth und von Musgrave Clark im gesamten 15 Pferde, die am Anfang im
englischen Stutbuch registriert wurden. Zukäufe aus Spanien, Frankreich folgten zwei Jahre später. Die Stuten
und Fohlen hielt der Herzog in Valjuanete unweit von Aranjuez, die Junghengste in dem einige Kilometer entfernten
Castille de Higares. Als der Bürgerkrieg im Juli 1936 ausbrach, lagen die Besitztümer des Herzogs im Bereich der
Republikaner. Im September wurden er und viele seiner Bediensteten in Madrid ermordet, der Palast geplündert
und sämtliche Papiere, darunter die Pedigrees, verbrannten. Auch ein Teil der Hengste wurde getötet, der Rest
gelangte im Februar 1937 nach Aranjuez in das ehemalige kgl. Gestüt. 1938 kamen die Pferde nach Yeguada Militar
in die Finca Moratalla. Am 2. April 1939 verkündete General Franco das Ende des Bürgerkriegs. Im gleichen Monat
nahmen die Erben des Herzogs das Landgut Valjuanete wieder in Besitz. Im Juni 1939 kaufte der Staat die nach
Aranjuez ausgelagerten Hengste und von den Stuten in Moratalla erwarb er die 20 Veraguas und acht weitere
Stuten; sie wurden in Yeguada Militar zu Stammstuten. Der Rest ging in Privatbesitz über. 1972 wurden die
Veragua-Stuten von der WAHO als Vollblutaraber anerkannt, obschon sie keine Papaiere mehr besassen, da der
Herzog keine anderen Pferde mehr besass und diese über das Brandzeichen identifiziert werden konnten. Alle
Vollbluraberpferde des Herzogs trugen einen Brand mit einem V und einer Krone.

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Visnjevci
Gegründet 1896, 9 km westlich Ruma, 40 km südlich Novi Sad (heutiges Serbien). Im Privatbesitz von Baron
Pfeiffer. Die ersten 14 Zuchtstuten kamen 1896 und 1899 aus Weil, dem Hofgestüt König Wilhelm II. von
Württemberg. 1901 gelangte über Italien der Original-Araber Massoud nach Visnjevci. Weitere Hengste aus
Russland und von der Pariser Weltausstellung sowie Shagya-Araber-Stuten aus Ungarn vervollständigten den
Bestand. Jedes Jahr sandte Baron Pfeiffer einige Stuten zur Bedeckung nach Bábolna. Familiäre Gründe und
grassierende Mondblindheit im Gestüt veranlassten den Baron 1908/09 mit seinen Pferden in das ungarische
Komitat Zala (Nordwestungarn) umzusiedeln. Aber auch hier blieb er nur für kurze Dauer. 1910 entschloss er sich,
nach Brasilien auszuwandern und schiffte sich mit seinen besten Araberpferden vom Hafen Fiume (Kroatien) aus in
Richtung Südamerika ein. Auf der Fahrt dorthin versank das Schiff, ohne eine Spur zu hinterlassen. Pferde aus dem
Gestüt Visnjevci bildeten die Zuchtgrundlage für das Gestüt Inocenzdvor.

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Vrbik
Gegründet 1922, 14 Kilometer südostwärts von Esseg (Fünfkirchen, heutiges Slawonien). Das Privatgestüt von
Gustav von Reisner erhielt im Februar 1941 die staatliche Anerkennung als offizielles Gestüt. Gustav von Reisner,
der auch als Grossindustrieller und nicht nur als Landwirt und Züchter einen guten Ruf hatte, führte den
Gutsbetrieb sehr intensiv. Er diente bis 1918 als Rittmeister der Reserve beim k. u. k. Husarenregiment Kaiser
Nummer 1 und war verwandt zu Leopold Baron von Pfeiffer, dem Betreiber des seinerzeit berühmten
Arabergestütes Visnjevci bei Ruma. Von dort erwarb Herr von Reisner zwei arabische Stuten. 1941 hatte Vrbik 18
arabische Mutterstuten und 38 Fohlen verschiedener Jahrgänge. Daneben bestand auch eine bereits 1921
gegründete Noniuszucht. Sie umfasste 1943 weit über 50 Pferde. Das Gestüt Vrbik ist dem Kriegsende 1944/45
zum Opfer gefallen. Lediglich drei Stuten konnten nach Westen gebracht werden und gingen mit dem Transport
des grossen Noniusgestütes von Vukovar nach dem österreichischen Bundesgestüt Piber. Mit zwei Shagya-Araber-
Stuten verbrachte Herr von Reisner schliesslich seinen letzten Wohnsitz in der Schweiz. Das Gestüt Vrbik bestand
bis 1947 als Staatsbetrieb unter der Leitung des kroatischen Hippologen Antun Orgelec. Im Frühjahr des gleichen
Jahres umfasste das Arabergestüt 31 Stuten und 33 Fohlen verschiedenen Alters, die alle nach Inocencdvor im
Bereich von llok abgezogen wurden. Bald darauf kamen aber die meisten Pferde nach Karadjordjevo in der
Wojwodina.

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Warendorf (Landgestüt)
Gegründet 1826, 30 km östlich von Münster (Deutschland), als Landgestüt Westfalens für die Zucht von schwerem
Warmblut und Kaltblut. 1888 Errichtung weiterer Gebäudekomplexe. Ab 1904 wurde mit der Zucht von
Hannoveranerpferden begonnen. Nach dem II. Weltkrieg kam die Pferde vorübergehend nach Celle, da das
Landgestüt zur Unterkunft von deutschen Kriegsgefangenen benutzt wurde. Ab 1947 Rückführung der Pferde und
Weiterführung des Gestüts.

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Weil
Gegründet 1817, bei Esslingen (Deutschland). Bereits als Kronprinz hatte Friedrich Wilhelm eine bescheidene kleine
Pferdezucht auf seinem Landgut in Scharnhausen vor den Toren Stuttgarts. Im Jahr 1816 starb König Friedrich I.
und so trat Friedrich Wilhelm als König Wilhelm I. die Thronfolge an. Mit Dekret vom 30. September 1817 erfolgte
die Trennung von Hof- und Landgestüt und er bestimmte dann die Domänen Weil, Scharnhausen und Klein-
Hohenheim zum Königlichen Privatgestüt. Einer der wenigen wahren Kenner des arabischen Pferdes zu dieser Zeit
war der ungarische Baron von Fechtig. Dieser brachte 1814 aus dem Orient Araberpferde und 1816 die bekannte
Murana I nach Weil. 1817 trafen weitere Pferde, darunter Bairactar, aus dem Orient in Weil ein. Der braune Hengst
Tajar war ebenfalls in diesem Transport; er wurde 1827 an den Herzog von Sachsen verkauft. Der Tod König
Wilhelm I. im Jahr 1864 setzte der Blüte Weils ein Ende und unter König Karl der 43 Vollblutaraberstuten und sechs
original Araberstuten übernahm, kam es zu einem Rückschritt in der Weiler Zucht. Nach dem Tod von König Karl
übernahm König Wilhelm II (1891 bis 1921) automatisch die Leitung von Weil. Sein Interesse galt, wie es vielfach
in dieser Zeit der Fall war, mehr dem englischen als dem arabischen Vollblut. Wäre da nicht das Testament des
Gründers König Wilhelm I. gewesen, der verfügte, dass das arabische Gestüt nicht aufgelöst werden darf und ein
Mindestbestand an arabischen Mutterstuten in Weil bleiben muss, wäre möglicherweise um die Jahrhundertwende
das Ende Weils als Gestüt für Arabisches Vollblut gekommen. 1921 Übernahme des Gestütes durch Fürstin Pauline
zu Wied, einer Tochter des letzten württ. Königs. Sie erwarb 1930 Jasir durch Vermittlung von Carl Raswan aus
Ägypten. Dies war sicher der grösste Verdienst der Fürstin. Das Gestüt erlebte nochmals einen kurzen
Aufschwung. Die Urenkelin des Gründers musste aber infolge geringen Absatzmöglichkeiten und den gestiegenen
Futterpreisen und der Weltwirtschaftskrise der dreissiger Jahre, das Gestüt aufgeben. 1932 wird das Gestüt Weil
aufgelöst. Unter der Leitung von Landoberstallmeister Storz werden 17 Vollblutaraberpferde – darunter 13 Stuten
– von Weil in das Haupt- und Landgestüt Marbach übernommen.

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Wieselburg
Gegründet 1915, 10 km südöstlich Ybbs (Österreich) mit 2 Abteilungen Rottenhaus und Perwarth. Die englischen
Vollblüter aus dem Gestüt Radautz kamen auf das Gestüt in Rottenhaus; wurden aber 1925 an den Jockey-Club
weiterverkauft. Ab 1919 züchtete das Gestüt mit der Radautzer Gidranzucht erfolgreich weiter bis diese nach
Piber abgegeben wurde; damit endete auch die Abteilung Rottenhaus in Wieselburg. Ab 1919 begann die Zucht
von Noniuspferden in der Abteilung Perwarth bis Ende des II. Weltkrieges, danach Aufgabe als Bundesfohlenhof.
1962 wurde Perwarth aufgelöst und der Fohlenhof an das Bundesgestüt Piber abgegeben.

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Yeguada Militar
Gegründet 1893 als Militärgestüt Cordoba auf der Finca Moratalla (Spanien). Schon Königin Isabella II.
(1833 - 1870) liess 1850 bei den Beduinenstämmen 26 Hengste, 12 Stuten und zwei Jährlinge kaufen. Eine Zucht
entstand aus diesen Araberpferden nicht. Mit der Schaffung der Direccion General de Cria Caballar y Remonta,
der General-Direktion für Pferdezucht und Remontierung, im Jahre 1905, die dem Verteidigungsministerium
untersteht, begann die eigentliche Araberzucht in Moratalla. Das Ministerium entsandte eine Kommission in den
Orient, die mit 5 Hengsten und 11 Stuten zurückkehrte. Weitere Importe folgten bis zum I. Weltkrieg aus
Ägypten, Frankreich, Polen (Russland), Syrien, Türkei und Weil. 1912 wurde in Jerez de la Frontera eine Filiale
eröffnet. 1949 tauschte König Abdullah von Jordanien zwei spanische Hengste für sein eigenes Arabergestüt
und das Militärgestüt bekam dafür zwei Stuten. Alle Fohlen eines Jahrgangs werden im Staatsgestüt Yeguada
Militar mit dem gleichen Buchstaben benannt. Der erste Buchstabe gibt das Geburtsjahr an, der zweite die
Rasse. 1976 wurde die Lippen-Tätowierung eingeführt. Stuten erhalten auf der rechten Hinterhand die
Buchstaben Y. M. (Yeguada Militar) und ihre Eintragungsnummer auf die linke. Bei Hengsten wird es umgekehrt
gehandhabt.

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Zweibrücken
Gegründet 1755 durch Herzog Christian IV, 35 km östlich von Saarbrücken (Deutschland) als Haupt- und
Landgestüt, bekannt über die Grenzen hinaus für seine edlen Pferde. 1793 jähes Ende durch die franz.
Revolutionskriege und Überführung der Pferde nach Rosières. 1806 unter Napoleon Rückführung nach
Zweibrücken. 1814 während des Rückzuges der Franzosen beschlagnahmten sie alles. 1815 unter König
Maximilian I. Wiederaufbau des Gestüts. Einsatz von arabischen und türkischen Hengsten mit englischen Stuten
gepaart brachten der Zweibrücker Zucht hohes Ansehen. Den I. Weltkrieg bestand das Gestüt unbeschadet;
1944 (II. Weltkrieg) wurden die Pferde nach Achselschwang und Ansbach evakuiert und kehrten 1946 zurück.
1960 Aufgabe des Gestütes und danach neben Rantzau und Erichsburg wurde Zweibrücken dem
Trakehnerverband zur Verfügung gestellt um die Trakehnerzucht weiterzuführen.

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